Die verhinderte Königin von Cannes kehrt als Superstar zurück

30. Aug. 2021 09:39, Bruno Bötschi

Léa Seydoux hat diesen Herbst die Chance, gleichzeitig Mainstream-Superstar und Arthouse-Liebling zu werden.
Léa Seydoux hat diesen Herbst die Chance, gleichzeitig Mainstream-Superstar und Arthouse-Liebling zu werden.
Bild: Getty Images

Es ist ein ziemlich verrücktes Jahr für Schauspielerin Léa Seydoux. Das hat mit Corona zu tun, aber auch mit James Bond. Und einem anderen verrückten Kerl, der die Schauspielerin schon seit Jahren nervt.

Abdellatif Kechiche sei «verrückt». Er habe sie an den Rand ihrer Möglichkeiten gebracht, erzählt die französische Schauspielerin Léa Seydoux im Interview mit der französischen Tageszeitung «Libération». Der Regisseur habe sie 2013 eine kleine Szene für den Film «Blau ist eine warme Farbe» sage und schreibe 100-mal wiederholen lassen.

Sie wolle nicht noch einmal während Dreharbeiten in eine solche Situation geraten. «Ich bin hier, um Spass zu haben, und ich mag es, wenn alles glatt läuft. Ich bin doch keine Masochistin.»

Deutlich mehr Spass machen könnte Frau Seydoux, dass sie der Star des kommenden Kinoherbsts werden könnte – nicht zuletzt auch deshalb, weil es damit Anfang Sommer 2021 nicht geklappt hat.

Mainstream-Superstar und Arthouse-Liebling

Und das kam so: Die 36-Jährige hätte im vergangenen Juli der grosse Star des Filmfestivals Cannes werden können.

Seydoux war gleich in vier Filmen zu sehen, die im offiziellen Programm liefen – dreimal davon sogar in einer Hauptrolle. Bereits schrieb die Presse von der «Königin von Cannes».

Doch dann wurde die Schauspielerin, wenige Stunden bevor sie den Zug von Paris nach Cannes steigen sollte, positiv auf das Coronavirus getestet. Statt über den roten Teppich zu gehen, musste sie sich in Quarantäne begeben.

Doch nun scheint sich das Blatt zu ihren Gunsten zu wenden und 2021 doch noch ein Seydoux-Jahr zu werden.

Sollte in den nächsten Wochen – nach fünf Verschiebungen – der neue James-Bond-Film «No Time to Die» in die Kinos kommen, hätte die Schauspielerin zudem die seltene Chance gleichzeitig Mainstream-Superstar und Arthouse-Liebling zu werden.

Intelligent, kühl und verführerisch

Und das geht so: Während sie im «Bond»-Abenteuer zum zweiten Mal als Dr. Madeleine Swann auftritt, spielt sie in «France», einer Tragikomödie von Bruno Dumont, eine TV-Journalistin. Diese sehnt sich nach Aufmerksamkeit und Rampenlicht. Aufsehen erregt sie durch ihre Kriegsreportagen.

Mit dem Bond-Auftritt wird Seydoux zur wichtigsten Frau des Blockbuster-Universums: Als Dr. Swann ist sie nämlich das erste Bondgirl überhaupt, das für einen zweiten Bond-Film zurückkehren darf. Es heisst, sie tue das intelligent, kühl und verführerisch.

Damit aber nicht genug der Aufmerksamkeit für Frau Seydoux: Ende Oktober wird sie zudem in «The French Dispatch», einem Film von Wes Anderson, in den Kinos zu sehen sein.

Noch unklar ist, wann «Tromperie» und «The Story of My Wife», die beiden Filme, die ebenfalls in Cannes zu sehen waren, in den Schweizer Kinos anlaufen.

Und wir sehen schon die nächste Schlagzeile vor uns: Léa Seydoux Superstar.

Regelmässig gibt es werktags um 11.30 Uhr und manchmal auch erst um 12 Uhr bei «blue News» die Kolumne am Mittag – sie dreht sich um bekannte Persönlichkeiten, mitunter auch um unbekannte – und manchmal wird sich auch ein Sternchen finden.